Veröffentlicht am 30. Oktober 2026, 11.22 Uhr
Friedhofskommission des Ortsrates St. Ingbert-Mitte besichtigt Waldfriedhof
Die Friedhofskommission des Ortsrates St. Ingbert-Mitte hat sich bei einem Vor-Ort-Termin ein Bild von der aktuellen Situation auf dem Waldfriedhof gemacht. Als größter Friedhof der Stadt komme ihm eine besondere Bedeutung zu. „Der Waldfriedhof hat sich bei unserem Besuch in einem ausgesprochen gepflegten Zustand präsentiert, wozu insbesondere der große Einsatz der Mitarbeiter bei den Vorbereitungen auf Allerheiligen beigetragen hat“, erklärte Ortsvorsteherin Irene Kaiser. An dem Termin nahmen auch Christian Lambert, Leiter der Abteilung Stadtgrün und Friedhöfe, sowie Friedhofsmeister Andreas de Groot teil.
Ein wichtiger Schwerpunkt der Beratungen war der anstehende städtische Doppelhaushalt 2027/28. Der Ortsrat St. Ingbert-Mitte hat mehrere Maßnahmen, die den Waldfriedhof und den Alten Friedhof betreffen, auf seiner Prioritätenliste verankert. Besonders weit oben steht dabei die Herstellung eines barrierefreien Zugangs des Waldfriedhofes, etwa zur Toilettenanlage. Eine einfache Rampenlösung scheidet aufgrund der gesetzlichen Vorgaben aus: Um den Höhenunterschied von rund einem halben Meter zu überwinden, müsste eine Rampe etwa zwölf Meter lang sein. Dies wäre vor Ort kaum praktikabel und stünde in keinem angemessenen Verhältnis. Die Kommission sprach sich deshalb dafür aus, eine bauliche Alternativlösung zu prüfen. Denkbar wäre, durch Durchbrüche und eine veränderte Raumnutzung im Nebengebäude der Einsegnungshalle einen anderen Zugang zu den Toiletten zu schaffen – möglicherweise im Bereich der bisherigen Sarganlieferung. Hier sei nun die Verwaltung gefordert, eine praktikable Lösung zu entwickeln. Unabhängig davon wolle man die notwendigen Haushaltsmittel für die Maßnahme einfordern. Die endgültige Entscheidung liege allerdings beim Stadtrat, da der Ortsrat auf den Verwaltungsentwurf nur begrenzten Einfluss habe. Auch den weiteren Sanierungsbedarf des Gebäudeensembles nehme man mit Sorge wahr. Als konkretes Beispiel wurde unter anderem die derzeit defekte Tür am Hauptportal der Einsegnungshalle angesprochen. „Wir erwarten von der Verwaltung einen tragfähigen Vorschlag für einen barrierefreien Zugang und werden uns dafür einsetzen, dass die notwendigen Investitionen in unsere Friedhöfe im Doppelhaushalt berücksichtigt werden“, betonte Dominik Schmoll, Vorsitzender der Friedhofskommission.
Ein weiterer Wunsch des Ortsrates betrifft die stärkere Beschattung des Waldfriedhofs. Insbesondere im Bereich zur Spieser Landstraße hin sei die Fläche in den Sommermonaten derzeit sehr offen und der Sonneneinstrahlung stark ausgesetzt. Durch zusätzliche Baumpflanzungen, beispielsweise mit Dachplatanen, könnte die Aufenthaltsqualität deutlich verbessert werden. Auch hierfür sollen entsprechende Mittel im Doppelhaushalt beantragt werden.
Positiv aufgenommen wurde zudem der Vorschlag der Friedhofsmitarbeiter, künftig verstärkt auf bienenfreundliche Staudenpflanzungen zu setzen und die klassische Wechselbepflanzung entsprechend zurückzufahren. Damit könne nicht nur der Pflegeaufwand reduziert, sondern zugleich ein wertvoller Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt geleistet werden. Auch das neue Sternenkindergrabfeld war Thema der Besichtigung. Dieses befindet sich derzeit in der Umsetzung und solle im kommenden Frühjahr offiziell eingeweiht werden.
Zum Abschluss bedankte sich Ortsvorsteherin Irene Kaiser bei der Verwaltung für die Vorbereitung und Begleitung des Termins sowie bei den Mitgliedern der Friedhofskommission für ihr großes überparteiliches Engagement: „Es ist schön zu sehen, wie wir uns parteiübergreifend gemeinsam für den Erhalt und die Weiterentwicklung unserer Friedhöfe einsetzen – dafür gilt allen Beteiligten mein herzlicher Dank.“

Fotos: Irene Kaiser




