Veröffentlicht am 14. April 2026, 09.03 Uhr
Albrecht Ochs im Alter von 90 Jahren verstorben
Albrecht Ochs und Ursula Ochs-Steinfeld waren nicht nur auf der Bühne ein unzertrennliches Paar (Foto: Giusi Faragone).
Am Karfreitag, 03. April 2026, verstarb Albrecht Ochs kurz nach Vollendung seines 90. Geburtstages.
Albrecht Ochs war eine Persönlichkeit, die das kulturelle und bildungspolitische Leben über mehr als sieben Jahrzehnte hinweg in außergewöhnlicher Weise geprägt hat. Mit großem Engagement und unermüdlichem Einsatz widmete er sich seit den 1950er-Jahren der Förderung von Bildung und Kultur in seiner Heimatstadt. Als ehrenamtlicher Leiter der 1951 neu eingerichteten Volkshochschule St. Ingbert führte er diese von 1974 bis 1991 mit Weitblick, Verantwortungsbewusstsein und großer Leidenschaft. In dieser Zeit ermöglichte er unzähligen Bürgerinnen und Bürgern, sich auch im Erwachsenenalter weiterzubilden und neue Horizonte zu erschließen.
Auch nach der Übernahme der Volkshochschule durch eine hauptamtliche Leitung im Jahr 1991 blieb Albrecht Ochs ihr eng verbunden. Als Vorsitzender des VHS-Beirats brachte er bis ins hohe Alter hinein wertvolle Impulse und Ideen ein. Sein Rat war geschätzt, seine Initiative ungebrochen.
Ein ebenso bedeutendes Vermächtnis hinterlässt er im kulturellen Leben der Stadt: 1958 wurde die „kleine Bühne“ gegründet, wo Albrecht Ochs über viele Jahre hinweg als Regisseur wirkte. Mit großer Fachkenntnis und feinem Gespür für Literatur brachte er klassische wie moderne Werke auf die Bühne – stets mit der Idee, anspruchsvolle Inhalte einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Die große Resonanz und die oft ausverkauften Vorstellungen zeugen bis heute von der nachhaltigen Wirkung seines Schaffens. Gemeinsam mit seiner Frau Ursula hat er mit der kleinen Bühne über Jahrzehnte hinweg Theatergeschichte geschrieben. Von der Antike bis zur Moderne – von Aischylos bis Arthur Miller. Was hier vorgeführt wurde, war weit mehr als Amateurtheater: es war ein kultureller Leuchtturm unserer Region.
Gemeinsam mit seiner Frau, der Schauspielerin Ursula Ochs-Steinfeld (verstorben 2025), gestaltete er zudem über viele Jahre hinweg literarische Sonntagnachmittage im Kulturhaus. Mit kluger Auswahl und tiefgehender Interpretation führten sie ihr Publikum durch Werke der Weltliteratur – selbst vor anspruchsvollen Texten wie Ovids „Metamorphosen“ oder Dantes „Divina Comedia“ scheuten sie sich nicht. Diese Dichterlesungen waren nicht nur kulturelle Höhepunkte, sondern auch Orte lebendiger Bildung.
„Mit Albrecht Ochs verliert St. Ingbert eine herausragende Persönlichkeit, der die Bildung und Kultur unserer Stadt in besonderer Weise am Herzen lagen. Über viele Jahre hinweg prägte er als Leiter der Volkshochschule das Bildungsangebot und setzte sich unermüdlich dafür ein, möglichst vielen Menschen den Zugang zu Wissen und kultureller Teilhabe zu eröffnen.
Gemeinsam mit seiner Frau Ursula Ochs-Steinfeld hat er darüber hinaus das kulturelle Leben unserer Stadt bereichert – sei es durch anspruchsvolle Theateraufführungen im Rahmen der kleinen Bühne oder durch eindrucksvolle literarische Rezitationen großer Werke der Weltliteratur. Unter seiner Ägide entwickelte sich die Kultur in St. Ingbert zu einem Leuchtturm weit über die Stadtgrenzen hinaus. Viele werden ihn auch als engagierten Lehrer am Albertus-Magnus-Gymnasium in Erinnerung behalten, der Generationen von Schülerinnen und Schülern nicht nur die lateinische Sprache, sondern auch die Werte und Schätze der antiken Bildung nähergebracht hat.
Mit seinem Wirken hat Albrecht Ochs bleibende Spuren hinterlassen. Die Stadt St. Ingbert verliert eine Persönlichkeit, die über Jahrzehnte hinweg unser kulturelles und geistiges Leben mitgeprägt hat wie nur wenige andere. Sein großer Geist, seine Bildung, seine Menschlichkeit, sein unermüdliches Engagement – und nicht zuletzt seine Bescheidenheit – werden uns fehlen“, würdigt Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer das Leben und Schaffen von Albrecht Ochs.



