MINT-Campus Alte Schmelz e. V.

Wissenschaftsforum: „Kann uns Sonnenlicht vor Krebs schützen?“

Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse über die Rolle von Sonnenexposition und Vitamin D bei der Krebsentstehung und Krebstherapie

Im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe bietet der MINT-Campus Alte Schmelz e.V. am Dienstag, 14. Mai 2024 ab 19:30 Uhr, einen kostenlosen Vortrag zu dem Thema „Kann uns Sonnenlicht vor Krebs schützen?“ an. Die Teilnahme ist kostenlos.

Die Veranstaltung findet „hybrid“ statt. Vor Ort referiert Prof. Dr. Maximilian Linxweiler, Universität des Saarlandes; leitender Oberarzt der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie des Universitätsklinikums des Saarlandes, im SFTZ-Gebäude des MINT Campus in der Alten Schmelz, Saarbrücker Str. 38e, 66386 St. Ingbert.

Online können Sie ab ca. 19.20 Uhr teilnehmen unter:  https://t1p.de/Wissenschaftsforum

Tumorerkrankungen stellen weltweit nach Herz-Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache dar und zeigen in den zurückliegenden Jahren eine deutlich steigende Inzidenz.

Bereits in den 1930er Jahren wurde von amerikanischen Forschern ein Zusammenhang zwischen der Sonnenlichtexposition und der Häufigkeit von Krebserkrankungen in zwei großen epidemiologischen Studien beschrieben. In den darauffolgenden Jahrzehnten intensiver Forschung konnte gezeigt werden, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit die Stimulation der Vitamin-D-Synthese Ursache für diesen protektiven Effekt des Sonnenlichts hinsichtlich der Krebsentstehung darstellt. In grundlagenwissenschaftlichen und translationalen Forschungsarbeiten konnten zunehmend die molekularen Mechanismen hinter dieser vor Krebs schützenden Wirkung des Vitamin D aufgeschlüsselt werden. Insbesondere die weitreichenden Effekte von Vitamin D auf das Immunsystem scheinen hierbei von herausragender Bedeutung zu sein. In welcher Form nun Vitamin D in der Krebsprävention wie auch in der Behandlung einer bereits bestehenden Krebserkrankung von therapeutischem Nutzen sein kann, soll im Vortrag aus verschiedenen Perspektiven auch an den Ergebnissen eigener, aktueller Forschungsarbeiten dargestellt werden.

Zum Referenten

Maximilian Linxweiler studierte Medizin an der Universität des Saarlandes mit praktischen Studienabschnitten in Berlin, München und Basel. Während seines Studiums erhielt er ein Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Im Anschluss begann er seine Facharztausbildung an der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum des Saarlandes, die er nach einem 7-monatigen Forschungsaufenthalt am Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York City als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Jahr 2019 abschließen konnte. Parallel zur Facharztausbildung absolvierte er ein Studium zum „Master of Health Business Administration“ an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Im Rahmen seiner Promotion und Habilitation untersuchte er neue prognostische und prädiktive Biomarker für Kopf-Hals-Karzinome, entwickelte metastasierungs-hemmende Wirkstoffe zur Therapie dieser Tumorerkrankung und untersuchte Anwendungsmöglichkeiten der Abstrichzytologie auf dem Gebiet der Kopf-Hals-Onkologie. Mit 35 Jahren erhielt er eine Professur durch die Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes für klinische und experimentelle Hals-Nasen-Ohrenheilunde. Seine grundlagenwissenschaftlichen und klinisch-translationalen Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Krebsforschungspreis der Saarländischen Krebsgesellschaft, dem Wissenschaftspreis der Stadt Homburg, dem Prof. Dr. Peter Theiss Forschungspreis, dem Calogero-Pagliarello-Studienpreis, dem Anton-von-Trölsch Preis der Deutschen HNO-Gesellschaft und dem Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Zytologie. Im Jahr 2023 erhielt er einen Ruf auf die W2-Professur für klinische Onkologie in der HNO-Heilkunde an die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Seine aktuellen wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in translationalen Studien zur Immuntherapie in der Kopf-Hals-Onkologie und der Entwicklung von in-vivo-Modellen zur hämatogenen und lymphogenen Metastasierung von Kopf-Hals-Tumoren. In Zusammenarbeit mit zahlreichen Kooperationspartnern am Campus Homburg sowie im In- und Ausland möchte er mit seiner Forschung dazu beitragen, neue immuntherapeutische Wirkstoffe zu entwickeln, die seit Jahren unverändert schlechte Prognose von Kopf-Hals-Karzinomen zu verbessern und die Entwicklung des Universitätsklinikums des Saarlandes zum onkologischen Spitzenzentrum voranzutreiben.

Koordination: Prof.  Dr. – Ing. Horst Altgeld / Kontakt: horst.altgeld@mintcampus.de

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