Veröffentlicht am 15. Juni 2026, 15.30 Uhr

Nachwuchsregisseur·innen beim Bundesfestival junger Film ausgezeichnet

St. Ingberter Kurzfilmfestival prämiert junge Filmschaffende und ihre Werke

Mit der feierlichen Preisverleihung hat die 9. Ausgabe des Bundesfestivals junger Film seinen diesjährigen Höhepunkt erreicht. Vier spannende Festivaltage, sechs hochqualifizierte Jurys, 12 Preise und über 50 Beiträge in den verschiedenen Wettbewerben – vom 11. bis 14. Juni 2026 haben sich Zuschauer·innen und Jurys die Kurzfilme, Musikvideos und Drehbuchideen von jungen Filmschaffenden aus dem ganzen deutschsprachigen Raum angeschaut und darüber diskutiert. Nach der Preisverleihung im Open-Air-Kino in St. Ingbert stehen nun die Preisträger·innen fest. Zwei Filme konnten dabei besondere Triumphe verzeichnen.

Doppelerfolg für „Engine of love“

Das energiegeladene Drama „Engine of love“ überzeugte sowohl die Kurzfilmjury um Schauspielerin Katharina Thalbach als auch die Nachwuchsjury. Inspiriert durch ihre eigene Biographie zeichnet Regisseurin Mira-Belle Rose Bryld in dem Film ein Bild über eine tiefgehende Mutter-Tochter-Beziehung. Das persönliche Projekt wurde mit dem Filmreif-Preis für den besten Film und dem Filmreif-Preis der Nachwuchsjury ausgezeichnet.

Einigkeit bei Publikum und Fachjury

Das Festivalpublikum durfte wie immer ebenfalls seinen Favoritenfilm küren. Die Wahl der Zuschauerinnen und Zuschauer fiel in diesem Jahr auf das Drama „Trance“. Regisseur Jona Schloßer zeigt darin den Arbeitsalltag von Notfallsanitäterin Yasmin, die sich zwischen Geldnot, körperlicher Erschöpfung und Verantwortung für ihre kleine Schwester Ayla in lebensgefährliche Situationen begibt. Auch die Kurzfilmjury war von Jona Schloßers Arbeit beeindruckt und kürte ihn mit dem Filmreif-Preis für eine besondere Regieleistung.

Filmreif-Preis für einen besonderen gesellschaftlich relevanten Film

Eröffnet wurde das diesjährige Festival mit der deutsch-französischen Koproduktion „Non-Lieux“ – ganz zur Begeisterung der Jury. Diese bedachte den Film mit dem Filmreif-Preis für einen besonderen gesellschaftlich relevanten Film. Das Regie-Trio aus Adrian Sagolla, Marius Schwingel und Diana Westphal möchte mit dem Film Ohnmacht angesichts sexueller Gewalt in Handlungsfähigkeit verwandeln.

Filmreif-Innovationspreis

Mit dem Innovationspreis zeichnet die Jury einen besonders außergewöhnlichen und originären Kurzfilm aus. In diesem Jahr fiel die Wahl auf „Magos Punks“, einen Dokumentarfilm über eine selbst organisierte Hilfsaktion für Straßenkinder innerhalb der mexikanischen Punkszene.

Filmreif-Preis für eine besondere Bildgestaltung

Erstmals in der Geschichte des Festivals wurde ein Preis für besondere Bildgestaltung verliehen. Die Auszeichnung ging an Larius Kieninger, Kameramann für den Kurzfilm „Majini“. In eindrucksvollen Bildern zeigt er einen Tag im Leben des 13jährigen Lari, der trotz großer Angst vor tiefem Wasser mit seinem großen Bruder zum Fischen aufs Meer hinausfahren muss.

Filmreif-Stoffentwicklungspreis

Den Stoffentwicklungswettbewerb „junger Pitch“ konnte Luca Knoetig mit „Die letzte Frau“ für sich gewinnen. Die Fachjury lobte unter anderem die packende Erzählweise und klare Haltung des Drehbuchkonzeptes. Erzählt wird eine unmögliche Beziehung zwischen Wärterin und Gefangener in einem KZ – ein Stoff voller Grautöne und Ambivalenzen.

Filmreif-Preis Kurzes Kinder Kino

In Zusammenarbeit mit dem Saarländischen Rundfunk gab es dieses Jahr erstmals einen zweiten Stoffentwicklungswettbewerb: In der Veranstaltung „SR Kurzes Kinder Kino“ wurden Stoffe für einen Kinderkurzfilm präsentiert. Am vielversprechendsten fanden die Juror·innen die Idee zu „Der Sprung“ von Jakob Wehner.

Filmreif-Musikvideopreis

Im Musikvideowettbewerb „junger Clip“ wird jährlich das beste Musikvideo prämiert. In diesem Jahr fiel die Wahl auf „How to live forever“ in der Regie von Cosmea Spelleken. Besonders das harmonische Zusammenspiel zwischen Spielfilmaufnahmen und animierten Elementen begeisterte die Jury.

Filmreif-Newcomerpreis

Im Newcomerwettbewerb zeigen junge Filmschaffende bis 21 Jahre ihre ersten filmischen Arbeiten. Das Rennen machte der 18-jährige Regisseur Yannick Horn mit seinem Coming-of-age-Drama „Birding“ – ein Film über einen jungen Menschen, der sich von seinem privaten Umfeld und der Gesellschaft allein gelassen fühlt.

Filmreif-Preis für den schrägsten aller Filme

Über die Vergabe des Filmreif-Preises für den schrägsten aller Filme entschied am Freitagabend das St. Ingberter Publikum live in der Stadthalle. Per Applausometer wurde dort im Anschluss an das Screening aller Wettbewerbsbeiträge der Siegerfilm ermittelt. Gewonnen hat der Animationsfilm „Watch: Yourselves“, der sich mit Sucht und Eskapismus auseinandersetzt.

Sie finden Bilder zu dem Festival in unserem Pressebereich auf unserer Webseite.

Hier finden sie auch die Stills der zugehörigen Filme.

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