Veröffentlicht am 25. November 2025, 14.35 Uhr

Gemeinsames Engagement für einen attraktiveren Bahnhof – Ortsrat, Stadtverwaltung und Bahnvertreter wollen an einem Strang ziehen

Vertreter des Ortsrates Mitte, der Stadtverwaltung und der Deutschen Bundesbahn trafen sich vor Ort am St. Ingberter Bahnhof (Fotos: Fabian Roschy).

Der Bahnhof St. Ingbert bot in den letzten Jahren zunehmend Anlass zur Sorge und Kritik: Mangelnde Reinigung, ein schlechtes Sicherheitsgefühl, keine Toilettenanlage und das weitgehend leerstehende Empfangsgebäude sind bei Bevölkerung und Kommunalpolitik Dauerthema. Auch Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer und der zuständige Beigeordnete Markus Schmitt hatten sich erst vor wenigen Wochen mit einem offenen Brief an den Konzernbevollmächtigten der Bahn gewandt. Anlässlich eines kürzlichen Ortstermines wollen Stadt und Deutsche Bahn nun gemeinsam Verbesserungen voranbringen. Auch die Bahn selbst weckte mit ihren angekündigten Plänen am St. Ingberter Bahnhof große Erwartungen.

Auf Bitte des Ortsrates St. Ingbert-Mitte hatte Ortsvorsteherin Irene Kaiser zu dem Termin geladen, an dem neben dem städtischen Beigeordneten Markus Schmitt sowie den Geschäftsbereichsleitern Christoph Anstadt, Städtischer Betriebshof, und Thomas Schöben, Bürgerservice und Ordnung, auch Jennifer Sauer, Deutsche Bahn, mit zwei Mitarbeitern gekommen war. Sauer betreut als Bahnhofsmanagerin mit Sitz in Saarbrücken alle saarländischen Bahnhöfe. Sie legte dar, dass die angesprochenen Probleme bekannt seien und die Bahn bereits in den letzten Jahren verschiedene Investitionen durchgeführt habe. Beispielsweise wurden der Bahnsteigbelag und die Zuginformationsmonitore erneuert, ebenso die Sitzbänke und Fenster am Empfangsgebäude. Gereinigt werde quasi täglich, doch reichten die Mülleimerkapazitäten oft trotzdem nicht aus.

Schnelle Maßnahmen und langfristige Pläne

Sauer kündigte als kurzfristige Maßnahme an, dass schon in den nächsten Wochen die defekten Türen zum Vorplatz sowie den Bahnsteigen repariert werden. Außerdem sollen schon 2026 Pläne in Angriff genommen werden, wie das Bahnhofsgebäude durch eine energetische Sanierung der Außenhülle sowie eine Anpassung des Innenbereichs im Rahmen der Generalsanierung der Strecke Ludwigshafen-Saarbrücken im Jahr 2029 modernisiert werden kann. Auch beim Bahnhof Rohrbach werde es umfangreiche Arbeiten an der Personenunterführung geben, wodurch die Herstellung der Barrierefreiheit erzielt werden soll. Beigeordneter Markus Schmitt brachte eine Erweiterung des Empfangsgebäudes ins Spiel, wodurch den Bedürfnissen eines modernen Bahnhofes entsprochen werde und betonte auch die beabsichtigte Frequenzerhöhung durch die CISPA-Ansiedlung nur wenige hundert Meter entfernt. Auf Bitten der Ortsratsmitglieder kündigte Bahnhofsmanagerin Sauer an, die Stadt und ihre Gremien in die Überlegungen miteinzubeziehen.

Öffnung der Toiletten und Sicherheitskonzept 

Ortsvorsteherin Kaiser sprach die fehlende Toilettenanlage an, die nicht nur bei den Heimspielen der SV Elversberg zu unschönen Zuständen führe. Sauer zeigte sich offen, gemeinsam mit der Stadt ein Konzept zu entwickeln, indem ermöglicht werde, dass die Bahn die bestehende Toilettenanlage neben der leeren Gaststätte für den Publikumsverkehr öffnet. An den Reinigungskosten müsste sich allerdings auch die Stadt beteiligen; ähnlich wie es beispielsweise in Homburg und Saarlouis praktiziert werde. Der stellvertretende Ortsvorsteher, Fabian Roschy, sprach sich dafür aus, dass man hier schnellstmöglich eine gemeinsame Lösung voranbringen sollte. Ortsratsmitglied Dominik Schmoll thematisierte außerdem eine Sicherheitspatenschaft zwischen Stadt und Bahn für den Bahnhof, an der sich auch Landes- und Bundespolizei beteiligen könnten. Im Rahmen vermehrter Kontrollen würde ein besseres Sicherheitsgefühl erzeugt werden. Orts- und Stadtrat hatten eine solche Patenschaft bereits im Jahr 2015 beschlossen; die abschließenden Verhandlungen wurden aber nicht mehr weitergeführt. Auch hier zeigte sich die Bahnhofsmanagerin offen zu einer Wiederaufnahme der Gespräche. Ein ungelöstes Problem bleibt hingegen die ästhetische Verschandelung der noch im Bau befindlichen Lärmschutzwand im Stadtgebiet. Eine Begrünung sei nicht möglich und die Reinigung nur mit hohem Aufwand verbunden.

Alle Beteiligten betonten das gemeinsame Ziel, „unseren Bahnhof St. Ingbert“ attraktiver und sicherer zu machen. Der Wille – so Ortsvorsteherin Kaiser – „miteinander statt übereinander zu reden“, zeige sich in den konstruktiven Gesprächen. Im Anschluss beschloss der Ortsrat einstimmig, dass die Stadtverwaltung die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn aufnehmen soll, um sowohl ein Konzept für die Nutzung der Toilettenanlage als auch die Einführung einer Sicherheitspatenschaft zu realisieren.

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