Veröffentlicht am 14. Oktober 2026, 10.02 Uhr

Kreiskrankenhaus St. Ingbert sieht gute Perspektiven für seine weitere Entwicklung

Das Kreiskrankenhaus St. Ingbert blickt zuversichtlich auf seine weitere Entwicklung. Die bisherigen Gespräche mit dem Land über die zukünftige Krankenhausplanung und die Umsetzung der Krankenhausreform geben der Krankenhausleitung Anlass zu der Erwartung, dass der Standort langfristig eine wichtige Rolle als wohnortnaher Grund- und Regelversorger in der Gesundheitsversorgung der Region übernehmen wird.

Dabei zeichnet sich ein klareres medizinisches Profil ab: Das Kreiskrankenhaus will insbesondere die Orthopädie und Unfallchirurgie sowie die Altersmedizin und geriatrische Rehabilitation weiter stärken. Gleichzeitig ist nach dem derzeitigen Stand der gemeinsamen Gespräche zu erwarten, dass die Bereiche HNO und Wirbelsäulenchirurgie perspektivisch nicht am Standort fortgeführt werden.

Die Krankenhausplanung ist noch nicht abgeschlossen. Die bisherigen Gespräche mit dem Land bestärken das Kreiskrankenhaus aber darin, seinen bereits vor einigen Jahren eingeschlagenen strategischen Kurs fortzusetzen.

Landrat Frank John, Aufsichtsratsvorsitzender des Krankenhausträgers, sieht darin ein wichtiges Signal für die Region:
„Die bisherigen Gespräche mit dem Land geben uns Anlass zu großer Zuversicht. Für uns ist entscheidend, dass die Menschen im Saarpfalz-Kreis auch künftig auf eine leistungsfähige medizinische Versorgung vor Ort vertrauen können. Gleichzeitig bekommen wir die Chance, St. Ingbert mit einem klaren medizinischen Profil weiterzuentwickeln.“

Orthopädie soll zum starken Schwerpunkt werden
Eine besondere Rolle soll künftig die Orthopädie spielen. Das Kreiskrankenhaus geht nach dem bisherigen Gesprächsstand davon aus, seine orthopädische Versorgung weiter ausbauen zu können.

Das Krankenhaus will damit einen umfassenden endoprothetischen Schwerpunkt etablieren. Ein besonderer Vorteil des Standorts liegt aus Sicht der Verantwortlichen in der engen Verbindung von Orthopädie, Altersmedizin und Geriatrischer Rehabilitation.

Gerade ältere Patientinnen und Patienten leiden neben einer orthopädischen Erkrankung häufig unter weiteren gesundheitlichen Einschränkungen. In St. Ingbert können die operative Behandlung sowie die vorhandene internistische, geriatrische und rehabilitative Expertise eng miteinander verbunden werden.

Die Ärztliche Direktorin Dr. Claudia Meyer-Lang erläutert:
„Eine neue Hüfte oder ein neues Knie ist bei einem älteren Menschen häufig nur ein Teil der Behandlung. Viele unserer Patienten haben weitere Erkrankungen und brauchen Unterstützung, um wieder mobil und selbstständig zu werden. Genau hier liegt die besondere Stärke von St. Ingbert: Wir verbinden spezialisierte Orthopädie mit einer hochkompetenten Anästhesieabteilung, Altersmedizin, Internistische Expertise, Geriatrie und Rehabilitation. Diese Kombination, die es so nur an unserem Krankenhausstandort gibt, wollen wir als Markenzeichen unseres Hauses weiter ausbauen.“

Krankenhaus plant Einstieg in die Robotik

Auch technologisch will das Kreiskrankenhaus seine Orthopädie weiterentwickeln. Geplant ist der Einstieg in robotikassistierte Operationsverfahren, insbesondere im Bereich der Endoprothetik.

Damit soll die vorhandene medizinische Expertise um moderne Medizintechnik ergänzt und der orthopädische Schwerpunkt weiter gestärkt werden. 

„Wenn wir die Orthopädie zu einem Schwerpunkt unseres Hauses entwickeln, wollen wir auch technologisch einen Schritt nach vorne machen. Deshalb planen wir den Einstieg in die Robotik. Unser Anspruch ist es, medizinische Erfahrung, spezialisierte Teams und moderne Technik zusammenzubringen“, sagt Geschäftsführer Zwirner.

Mit der geplanten Investition verbindet die Krankenhausleitung zugleich das Ziel, die
Attraktivität des Standorts für Patientinnen und Patienten sowie für medizinische Fachkräfte weiter zu erhöhen. 

Gesundheitscampus für eine älter werdende Bevölkerung

Die Entwicklung der Orthopädie ist Teil einer umfassenderen langfristigen Strategie. Das Kreiskrankenhaus soll schrittweise zu einem Gesundheitscampus für Altersmedizin mit spezialisierter orthopädischer Versorgung entwickelt werden.

Ambulante und stationäre Behandlung, Orthopädie, Geriatrie und Rehabilitation sollen dabei stärker miteinander verzahnt werden.

An dieser Entwicklung arbeitet das Krankenhaus bereits seit mehreren Jahren. Dazu gehört unter anderem die engere Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik des Saarlandes in der altersmedizinischen Versorgung und zukünftig auch im Bereich der Radiologie.

Auch neue, patientenorientierte Versorgungsformen spielen eine Rolle. Ein Beispiel ist die Mobile Geriatrische Rehabilitation „Reha Zuhause“. Dabei kommen multiprofessionelle Teams zu den Patientinnen und Patienten und ermöglichen ihnen eine rehabilitative Versorgung in ihrem vertrauten häuslichen Umfeld.

„‚Reha Zuhause‘ zeigt, was wir unter einer modernen Versorgung verstehen: Nicht der Patient muss sich an bestehende Strukturen anpassen. Wir müssen die Strukturen stärker an den Bedürfnissen der Menschen ausrichten. Dieses Prinzip wollen wir auf unserem Gesundheitscampus konsequent weiterentwickeln“, erläutert Zwirner. 

Veränderungen bei HNO und Wirbelsäulenchirurgie erwartet
Die Krankenhausleitung will die, durch den erwarteten Wegfall der HNO und Wirbelsäulenchirurgie freiwerdenden personellen und infrastrukturellen Möglichkeiten nutzen, um die zukünftigen Schwerpunktbereiche stärker auszubauen. Für die zukünftige Versorgung in diesen Bereichen wurden bereits Gespräche mit anderen Krankenhausträgern geführt. Für die Beschäftigten der HNO und Wirbelsäulenchirurgie sollen nach Möglichkeit Weiterbeschäftigungsperspektiven am Standort geschaffen werden.

Für die Geschäftsführung steht dabei insbesondere die Situation der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Mittelpunkt. Die Belegschaft wurde bereits in einer Betriebsversammlung über den aktuellen Stand der Krankenhausplanung, die voraussichtlichen Veränderungen und die strategische Ausrichtung des Krankenhauses informiert. Dabei wurde ausdrücklich deutlich gemacht, dass die Krankenhausplanung noch nicht abgeschlossen ist.

„Wenn sich Veränderungen abzeichnen, wollen wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht erst informieren, wenn Entscheidungen endgültig getroffen sind. Wir wollen offen sagen, was wir wissen, was sich abzeichnet und was noch nicht entschieden ist. Vor allem wollen wir den betroffenen Kolleginnen und Kollegen möglichst früh eine Perspektive bei uns im Haus bieten“, betont Pflegedirektorin Margit Damm.

Investitionen in den Standort
Die vorgesehene Entwicklung ist für das Kreiskrankenhaus zugleich eine wichtige Grundlage für weitere Investitionsentscheidungen. Das betrifft die bauliche und medizinische Infrastruktur, die für die schrittweise Entwicklung des Gesundheitscampus erforderlich ist.

„Für die Finanzierung der benötigten Infrastruktur sehen wir insbesondere auch das Land in der Verpflichtung,“, betont der Aufsichtsratsvorsitzende John.

Insgesamt sieht die Krankenhausleitung die bisherigen Gespräche mit dem Land als Bestärkung eines Veränderungsprozesses an, der bereits vor mehreren Jahren begonnen wurde.

„Krankenhausreform bedeutet Veränderung. Unsere Antwort darauf ist nicht Stillstand, sondern ein klares Profil“, sagt Zwirner. „Wir wollen St. Ingbert zu einem Gesundheitsstandort entwickeln, der spezialisierte Medizin, Altersmedizin, Rehabilitation und wohnortnahe Versorgung miteinander verbindet. Die bisherigen Gespräche mit dem Land stimmen uns zuversichtlich, dass wir diesen Weg konsequent weitergehen können.“ 

Kontakt:

Kreiskrankenhaus St. Ingbert GmbH

Peter Zwirner

Geschäftsführer

Klaus-Tussing-Straße 1

66386 St. Ingbert

Tel.: 06894/108-111

E-Mail: gf@kkh-geriatrie-igb.de

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