Annegret Leiner überlässt St. Ingbert ein Kunstwerk

Annegret Leiner überlässt St. Ingbert ein Kunstwerk

Andrea Fischer, Kuratorin der Albert-Weisgerber-Stiftung, die Künstlerin Annegret Leiner und Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer bei der Werksübergabe im Atelier der Künstlerin.

v.l.n.r.: Andrea Fischer, Kuratorin der Albert-Weisgerber-Stiftung, die Künstlerin Annegret Leiner und Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer bei der Werksübergabe im Atelier der Künstlerin (Foto: Giusi Faragone).

Die Saarbrücker Künstlerin Annegret Leiner bekam 2015 den Albert-Weisgerber-Preis für Bildende Kunst der Stadt St. Ingbert verliehen. Der Preis beinhaltet ein Preisgeld, die Ausrichtung einer Ausstellung und die Überlassung eines Werkes durch den Künstler. Nach ihrer erfolgreichen Ausstellung „Loslösung“ in der Modernen Galerie Saarbrücken übergab Annegret Leiner nun eines ihrer Lieblingswerke an Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer.

Zur Werksübergabe kam der Oberbürgermeister gern in das Atelier der Künstlerin im Kulturbahnhof Saarbrücken. Der große, hohe Raum ist randvoll mit großformatigen Bildern, aufbewahrt in raumhohen Gestellen. Auf den Tischen stehen unzählige Töpfe und Tuben mit Farben, volle Wasserbehälter, Pinsel, Stifte. Auch ein farbbespritzter Föhn liegt griffbereit. Der Raum strahlt vor Licht, aber auch vor künstlerischer Unruhe. In einer nicht weniger unruhigen Ecke ein kleines Sofa und eine riesige Palme – ein kleiner Platz zum Ausruhen. An allen Wänden hängen Bilder, die meisten davon erkennbar im Schaffensprozess. Eine freie Wand ziert das Werk, das die Künstlerin für die Sammlung der Stadt St. Ingbert ausgesucht hat.

Das Bild erzählt von Untergang und Lebenswille

„Dieses ganz neue Werk ist erst kurz vor der Vernissage fertig geworden und hat einen direkten Bezug zur Gegenwart. Es ist eines meiner Lieblingswerke“, mit diesen Worten übergab Annegret Leiner ihr Werk dem Oberbürgermeister. Das abstrakte Bild zeigt teils milchige, teils klare schwarze Baumstümpfe, die in verschiedenen Richtungen aus einem verschwommenen braunen Boden ragen. „Ich liebe den Wald, sehe aber bei meinen Spaziergängen, wie gefährdet er ist“, so die 82-jährige Künstlerin. Auf ihren Spaziergängen fotografiert sie, was sie fasziniert. Die Fotos werden auf Kopien vergrößert. Danach schneidet Annegret Leiner einzelne Elemente aus und fügt sie zu Collagen auf Papier und darüber gelegter halbtransparenter Folie zusammen. Aquarellfarben vervollständigen das Bild. Doch obwohl ihre 2022 entstandene Werksgabe in dunklen Farbtönen von aktuellen Krisen wie dem Klimawandel oder dem Ukrainekrieg erzählen könnte, birgt sie auch Hoffnung. Die zerborstenen Bäume laden in ihrer Dynamik zum Aufstehen ein, zum Kampf gegen die Gefahr. Die grünen Blätter am oberen Rand spenden Hoffnung und Lebenswillen.

„Herzlichen Dank für dieses aussagekräftige Bild“, freute sich Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer. „Es stach schon in der großartigen Ausstellung ins Auge und wird zukünftig im neuen Rathaus mit Weisgerber-Museum in der Baumwollspinnerei einen würdigen Platz erhalten.“ Sein Dank geht zudem an die Kuratorin der Albert-Weisgerber-Stiftung Andrea Fischer, die die Preisvergabe begleitet und die Ausstellung gemeinsam mit Annegret Leiner liebevoll kuratiert hat.

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