Veröffentlicht am 18. Mai 2026, 16.44 Uhr
Ein scharfer Blick und eine beindruckende Vielschichtigkeit zeichnen den Gewinner des Albert-Weisgerber-Preises 2026 aus
Der Künstler Armin Rohr (Bildmitte) freute sich sichtlich über die Verleihung des Albert-Weisgerber-Preises von Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer (links) und dem Beigeordneten Albrecht Hauck (Fotos: Thomas Bastuck).
Der saarländische Maler und Zeichner Armin Rohr wurde am 12. Mai mit dem Albert-Weisgerber-Preis für Bildende Kunst 2026 ausgezeichnet. Rund 300 Gäste nahmen an der feierlichen Preisverleihung in der St. Ingberter Stadthalle teil. Der Albert-Weisgerber-Preis zählt neben dem Kunstpreis des Saarlandes zu den bedeutendsten kulturellen Auszeichnungen des Landes und würdigt herausragende Leistungen in der Bildenden Kunst.
Die Fachjury würdigte Armin Rohr für „sein herausragendes Kunstschaffen, das sich durch hohe Qualität und Unverwechselbarkeit“ auszeichnet. In mehr als drei Jahrzehnten produktiver künstlerischer Arbeit offenbart sein Werk eine bemerkenswerte Wandlungsfähigkeit und Vielschichtigkeit. Abstrakte Farbkompositionen in expressivem Pinselgestus, die Gegenständliches nur erahnen lassen, finden sich in seiner farbmächtigen Malerei ebenso wie figurative Bildwelten, die trotz narrativer Elemente unergründlich und rätselhaft bleiben.
Mit experimentellen Klangkompositionen untermalte das Duo „les éclats du son“ anlässlich der Festveranstaltung die Präsentation der Kunstwerke von Armin Rohr auf der großen Leinwand in der Stadthalle. In seiner Würdigung unterstrich Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer anschließend das künstlerische Schaffen des Preisträgers und ging der Frage nach, welche Bedeutung Kunst und Kultur in der heutigen Gesellschaft haben: „Kunst und Kultur sind essenziell für den Kern unserer Gesellschaft, indem sie Menschen verbinden, Zusammenhalt stiften und Mut machen, Neues zu wagen und neue Wege zu gehen. Sie stärken das Miteinander im Austausch und schaffen gemeinsame Erfahrungsräume. Kunst ist immer auch ein Instrument der Völkerverständigung. Wo sich Künstlerinnen und Künstler – egal, wo sie herkommen – austauschen, entsteht nicht nur Kunst, sondern da verstehen sich auch Völker. Wir schließen niemanden aus.“ In diesem Zusammenhang betonte der Oberbürgermeister seine klare Position, dass auch israelische Künstlerinnen und Künstler in unserem Land willkommen sind. „Wenn wir den Kontakt innerhalb der Kunstszene einschränken, werden wir alle künstlerisch ärmer – und unmenschlicher!“, so seine klaren Worte, die vom Publikum mit spontanem Applaus belohnt wurden.
In der anschließenden Laudatio von Dr. Petra Wilhelmy stellte die Kunsthistorikerin das künstlerische Schaffen von Preisträger Armin Rohr mit treffenden Worten dar: „Armin Rohr hat einen scharfen Blick und hält Sinneseindrücke fest, er fängt sozusagen Augenblicke ein. Bei seinen Künstlerkolleginnen und -kollegen genießt er großen Respekt, obwohl er nicht selten mit seiner Kunst polarisiert. Gewagte Kombinationen -oft schräg und bunt – sind sein Markenzeichen. ,Ich könnte mein Leben mit dem Betrachten von Bildern verbringen‘, sagte er einmal. Dieser Ausspruch zeigt eindrücklich, wie sehr sein Leben mit der Malerei verbunden ist. Dass er heute hier mit dem Albert-Weisgerber-Preis geehrt wird, ist eine angemessene Würdigung seines jahrzehntelangen Schaffens. Herzlichen Dank für deine Denk- und Sehanstöße!“
Nach einer weiteren Musikeinlage mit Flügel und Percussion bedankte sich Armin Rohr ganz herzlich für die Auszeichnung: „Dieser Preis bedeutet mir sehr viel und ist eine große Ehre für mich. Schon immer hatte ich eine große Demut gegenüber den Werken von Albert Weisgerber. Dass meine Arbeiten nun für würdig befunden wurden, diese bedeutende Auszeichnung zu erhalten, ehrt mich sehr. Ich danke Ihnen allen, dass Sie heute Abend gekommen sind, um mit mir zu feiern.“
Zur Person:
Armin Rohr wurde 1961 geboren und lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in Saarbrücken. Nach einem Designstudium an der damaligen Fachhochschule für Design in Saarbrücken, das insbesondere durch die Grundlehre bei Oskar Holweck geprägt wurde, arbeitete er zunächst für Agenturen in Stuttgart und Saarbrücken. Bereits während des Studiums entwickelte er eine intensive Hinwendung zur Farbe und zur Malerei, die fortan zum Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens wurde.
Mitte der 1990er Jahre nahm er ein Studium der Malerei an der Hochschule der Bildenden Künste Saar auf. Dort studierte er bei Bodo Baumgarten und wurde dessen Meisterschüler. Heute ist Armin Rohr unter anderem als Dozent an der HBKsaar-Abendschule tätig.
In mehr als drei Jahrzehnten künstlerischer Arbeit entwickelte er ein vielschichtiges Werk zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Seine Arbeiten zeichnen sich durch expressive Farbigkeit, gestische Malerei und rätselhafte Bildwelten aus. Mit seinem eigenständigen künstlerischen Ansatz zählt er zu den profilierten Künstlerpersönlichkeiten des Saarlandes.
Auszeichnungen und Preise (Auswahl):
- Albert-Weisgerber-Preis für Bildende Kunst (2026)
- Arbeitsstipendium des Saarländischen Kultusministeriums im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf, Brandenburg (2012)
- Kulturpreis für Kunst des Stadtverbandes Saarbrücken (2002)
- Saar-Lor-Lux-Kunstpreis der Stadt Ottweiler (1997)
- Förderstipendium der Landeshauptstadt Saarbrücken (1996)

Armin Rohr bedankte sich ganz herzlich für diese bedeutende Auszeichnung (Fotos: Thomas Bastuck).




