Veröffentlicht am 11. Dezember 2025, 11.01 Uhr

Grundstein für die neue Filterhalle des Wasserwerks Rentrisch gelegt

Grundstein für die neue Filterhalle ist gelegt (v.l. Bürgermeisterin von St. Ingbert Nadine Backes, Oberbürger-meister von Saarbrücken Uwe Con-radt, Leiter Baumanagement der Stadtwerke Saarbrücken Daniel Bür-tel, Ivars Gludausis, Frank Acker-mann und Thomas Gebhart – Vor-stände Stadtwerke Saarbrücken Netz) Foto: Stadtwerke Saarbrü-cken/Dirk Michler

Fast 100 Jahre lang wurde im Wasserwerk Rentrisch Rohwasser, das aus 16 Tiefbrunnen im Scheidter Tal stammt, zu Trinkwasser in bester Qualität aufbereitet. Nun investieren die Stadtwerke Saarbrücken 22 Millionen Euro in eine neue Filterhalle, die die alte ablösen wird. Das 17 Meter hohe und 35 Meter breite Gebäude entsteht auf dem Betriebsgelände des Wasserwerks zwischen der Straße Lottenhammer und dem Wasserlehrpfad. Die Grundsteinlegung erfolgte am Mittwoch, 10. Dezember 2025. Die Inbetriebnahme der neuen Filterhalle ist für den Winter 2027 geplant.

Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Saarbrücken Uwe Conradt: „Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Das Wasserwerk Rentrisch ist wesentlich für die Wasserversor-gung der Landeshauptstadt. Rund 30 Prozent des Trinkwas-sers – das entspricht 3,5 Millionen Liter im Jahr – stammt aus dem Rohrbachtal. Die neue Filterhalle ist eine Investition in die Zukunft.“ Die Filtertechnik samt Pumpen stammt von 1928. „Das Besondere an der Filterhalle ist, dass sie völlig ohne Pumpen auskommt. Das macht sie sehr energieeffi-zient. Das Rohwasser fließt durch die gesamte Aufbereitung im freien Gefälle – von den Rieslern bis zu den Trinkwasser-speichern“, erklärt Stadtwerke-Vorstand Ivars Gludausis die moderne Technik. Mit 1.720 Quadratmetern Filterfläche kann eine Aufbereitungsleitung von bis zu 1.150 Kubikme-tern pro Stunde erreicht werden. Sein Vorstandskollege Thomas Gebhart ergänzt: „Mit der neuen Filterhalle setzen wir auf eine nachhaltige Wasserinfrastruktur. Der Nettoener-gieverbrauch wird deutlich auf unter 0,1 Kilowattstunde je Kubikmeter fallen. Die 265 Quadratmeter große Photovolta-ikanlage auf dem Dach mit einer Leistung von 55 kWp wird prognostiziert 55.000 Kilowattstunden Strom erzeugen.“

Im Vorfeld wurden mehrere Verfahren, die für eine physika-lische Entsäuerung in Betracht kommen, untersucht. Die Entscheidung fiel auf drei sogenannte Riesler (Belüftung). Sie sorgen dafür, dass das Wasser Sauerstoff aufnimmt, da-mit oxidieren beispielsweise Eisen und Mangan. Das oxi-dierte Eisen und Mangan bilden Flocken, die in vier 30 Quad-ratmeter großen Sandfiltern entfernt werden. Die Res-tentsäuerung erfolgt über Kalksteinfilter. Anschließend erfolgt eine Desinfektion lediglich als Si-cherheitsstufe zum Abtöten von möglichen Keimen. Die erfolgt durch ultraviolettes Licht. Auf den Einsatz von Chemikalien kann verzichtet werden. Das aufbereitete Trinkwasser wird aus der Fil-terhalle in die Maschinenhalle befördert. Von der Maschinenhalle wird das Wasser in die Hoch-behälter gepumpt.
Die Baustelle wird durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen ausgezeichnet.

Infokasten: Die Stadtwerke Saarbrücken verfügen über zwei eigene Wasserwerke in Rentrisch und St. Arnual. Darüber hinaus beliefert das Wasserwerk Bliestal, hier sind die Stadtwerke Be-triebsführer, Saarbrücken und mehrere Stadt- und Gemeindewerke im Saarpfalz-Kreis sowie auch eine Gemeinde im benachbarten Frankreich mit Trinkwasser. Hinter der Wasserversorgung verbirgt sich eine aufwändige, weit verzweigte Infrastruktur. Das Wasserversorgungsnetz der Stadtwerke Saarbrücken ist so lang, wie der Weg von Saarbrücken nach Paris und zurück – ins-gesamt rund 850 Kilometer. Zur aufwändigen Infrastruktur zählen 394 Kilometer Hausanschluss-leitungen, 15 Pumpstationen, 21 Trinkwasserhochbehälter, 41 Druckminderungs- und sieben Druckerhöhungsanlagen sowie 40 Brunnen.

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