A-
A+
Kontrast ändern


NEUES von GESTERN

Foto: Hönemann, Stadtarchiv St. Ingbert

HEAVY METAL – WAS SONST?

Die Werkskapelle des  Eisenwerkes 1888
Von Peter Klaus

Freilich, das Stadtarchiv verfügt über keine Tonträger, die belegen könnten, dass die Musik jener Schmelzer Werksband harten, kompromisslosen Rock in den staubigen und steinigen Hallen des St. Ingberter Unternehmens spielten. Und auch das Betrachten des Fotos belegt nicht wirklich zwingend, dass da echt schwere Jungs am Musizieren sind. Und dennoch, wer zu jener Zeit in jenem Werk arbeitet, muss einfach ein harter Bursche sein!
1888 wurde ein Hüttenverein aus der Taufe gehoben, dem die Werksangehörigen beitraten. Er war, wie der St. Ingberter Chronist Wolfgang Krämer berichtet „mehr ein Vergnügungs- und Unterhaltungsverein, der dafür sorgte, dass das nötige Geld zusammenkam, um gelegentlich den Arbeitern einen guten Tag zu machen mit Freibier und Freiwurst“.
Und eben dieser Hüttenverein gründete im gleichen Jahr die „Schmelzer Musik“, Werkskapelle des Eisenwerkes.
Der erste und auch einzige Kapellmeister war der Musiker Wilhelm Hampe, der auch als Kapellmeister des 2. Bayerischen Fußartillerie-Regiments bekannt war, das unter anderem in Metz stand. In kurzer Zeit bildete er aus der Arbeiterschaft eine respektable Kapelle, die noch im gleichen Herbst ihren großen Auftritt hatte: Prinzregent Luitpold von Bayern besuchte St. Ingbert und die Parademärsche wurden intoniert.
Kapellmeister Hampe war auch Komponist und so war etwa seine Ouvertüre „Die Husarenbraut“ ein häufig gehörtes Werk (s. Krämer).
Der Erste Weltkrieg läutete das Ende auch der „Schmelzer Musik“ ein,  und wenn auch noch an und ab einige private Auftritte unter der Leitung von Chormitglied Jakob Holzhauser stattfanden, brachte der Zweite Weltkrieg das endgültige Aus.
Vielleicht finden sich noch einige Partituren jener Tage und jener Kapelle. Und vielleicht wird es dann zur Gewissheit: es war doch Heavy Metal –was sonst…

 

 

 

 

 

Foto: Fischer, Stadtarchiv St. Ingbert

Stimmabgabe in der Wiesentalschule

St. Ingbert im Saarreferendum von 1935


Als Folge des verlorenen Ersten Weltkrieges tritt am 10. Januar 1920 auch für St. Ingbert der Versailler Vertrag in Kraft und zum ersten Mal werden für das Land an der Saar politische Grenzen festgelegt. Wie in diesem Vertrag vorgesehen, findet am 13. Januar 1935 unter Aufsicht des Völkerbunds eine Volksabstimmung statt.

Die Bevölkerung entscheidet über die Zugehörigkeit des Gebietes zum Deutschen Reich, zu Frankreich oder die Beibehaltung des Status quo.Von den rund 540.000 Stimmberechtigten votieren 90,5 Prozent für Deutschland.Das Photo zeigt eine Wahlsituation im Wahlbüro 918, Wiesentalschule. Links steht der Amerikaner John Hartigan, als Vertreter des Völkerbundes, rechts stehen die Wähler Hans Wirth und Ludwig Zeller. Der Mann mit der Armbinde ist Hilfspolizist Karl Seewald.

Kontakt

Dr. Heidemarie Ertle

Leitung

Wirtschaftsarchiv

Tel: 06894 / 13-566

hertle@st-ingbert.de

 

 

Peter Klaus

Bildbestände

Öffentlichkeitsarbeit

Tel: 06894 /13-567

 

 

Patrick Bohrer

Registratur

Ahnenforschung

Tel: 06894 / 13-565