Veröffentlicht am 10. September 2026, 20.00 Uhr
St. Ingberter Pfanne 2026: Die Preise sind vergeben
Die St. Ingberter Pfanne hat auch in ihrer 41. Ausgabe die Vielfalt und Qualität der Kleinkunst unter Beweis gestellt. Von Samstag, 5. September, bis Freitag, 11. September, präsentierten zwölf Künstlerinnen, Künstler und Gruppen in der Industriekathedrale der Alten Schmelz ihre unterschiedlichen Programme und wetteiferten um die begehrten Auszeichnungen des renommierten Kleinkunstpreises. An vier Wettbewerbsabenden erlebte das Publikum eine abwechslungsreiche Mischung aus politischem Kabarett, Stand-Up-Comedy, Satire, Death Comedy, Musik-Kabarett und A-cappella.
Den Abschluss bildete die feierliche Preisverleihung am Freitag, 11. September, in der fast ausverkauften Industriekathedrale. Verliehen wurden die beiden Jurypreise, der Preis der Kulturministerin sowie der Publikumspreis. Die Preisträger erhielten jeweils eine der traditionsreichen, gravierten Kupferpfannen, die mit 4.000 Euro dotiert sind.
Die Jurypreise im Überblick
Der erste Jurypreis der St. Ingberter Pfanne 2026 ging an das Duo Hart auf Hart. Die Jury überzeugte ein ganz besonderes Format: Mit nur zwei Sprachen und zwei Stühlen entstand eine beeindruckende Vielfalt an Figuren und Szenarien. Die Verbindung von Schweizerdeutsch und Hochdeutsch sorgte für feine Sprachspiele, pointierte Dialoge und jede Menge Sprachwitz. Besonders beeindruckend war die schauspielerische Leistung. Die unterschiedlichen Figuren wurden präzise entwickelt und konsequent gespielt – selbst die Nebenfigur des Hundes erhielt eine eigene Entwicklung und wurde charmant in das Geschehen eingebunden. Hervorragende Texte, rasantes Tempo, sprachliche Raffinesse und große Spielfreude machten den Auftritt zu einem vielseitigen und rundum gelungenen Bühnenerlebnis. Für die Jury eine Leistung, die einen Preis der St. Ingberter Pfanne verdient.
Den zweiten, gleichwertigen Jurypreis erhielt Stefan Unser. 45 Minuten lang am selben Ort zu stehen, während um ihn herum das Tempo der Welt immer weiter zunahm – genau das wurde bei Stefan Unser zur großen Stärke. Mit Ruhe, Präsenz und der Originalität seiner Gedanken zog er die Jury in seinen Bann und erwies sich als wahrer „Entschleuniger“ des Abends. Aus der Tradition des Poetry Slams kommend, verband Stefan Unser pointierte Sprache mit genauer Menschenbeobachtung und besonderen Geschichten über die kleinen und großen Strategien der Lebensbewältigung. Seine Gedanken waren klug, überraschend und blieben im Kopf – etwa seine Betrachtung der sogenannten „Wunschexekution“, bei der der Mausklick den Wunsch im selben Moment zerstörte, indem er ihn erfüllte. Seine besondere Sprachkunst, seine kluge Menschenbeobachtung und seine wunderbare Fähigkeit, das Publikum für einen Moment aus dem schnellen Alltag herauszuholen, überzeugte die Jury.
Der diesjährige Preis der Ministerin für Bildung und Kultur der St. Ingberter Pfanne 2026, vergeben von der Jugendjury, ging an André Herrmann. Die Jugendjury zeigte sich von seinem Auftritt von Anfang bis Ende überzeugt. Mit seinem schwarzen, pointierten Humor widmete sich der Comedian einem breiten Spektrum gesellschaftlicher und politischer Themen – von Frauentausch und TikTok-Memes bis hin zu Böllerverbot und AfD. Dabei bewies er den Mut, auch kontroverse Inhalte anzusprechen, verpackte seine politischen Statements jedoch stets leicht, locker und vor allem humorvoll. Besonders beeindruckte die Jugendjury, dass Herrmann trotz aller Kontroversen mit seiner direkten und empathischen Art unterschiedliche Generationen zusammenbrachte. Sein Auftritt unterhielt, provozierte und regte zum Nachdenken an. Die Jugendjury fasste ihre Begeisterung mit den Worten „Empathie statt Elon Musk“ zusammen.
Der Publikumspreis der St. Ingberter Pfanne 2026 wurde ganz demokratisch vergeben: Das Publikum stimmte ab und bestimmte einen klaren Favoriten. Mit seinem Programm „Gevatter Unser“ traf „Der Tod“ den Nerv der Zuschauerinnen und Zuschauer und sicherte sich damit den Publikumspreis. Mit schwarzem Humor, überraschenden Gedanken und einem ganz eigenen Blick auf das Leben und seinen unvermeidlichen Ausgang unterhielt er sein Publikum bestens. Für Spannung sorgte dabei unter anderem das gekonnte „Luftrauslassen“ – und auch sein Slogan „Das ist hart, aber die Sense ist weich“ dürfte vielen im Gedächtnis geblieben sein. Ausgerechnet derjenige, der von sich selbst sagte: „Kundenbindung ist meine Schwäche“, durfte sich damit über besonders treue Zuschauerinnen und Zuschauer freuen.
Allen Gewinnerinnen und Gewinnern unsere herzlichsten Glückwünsche!
Unter diesem Link finden Sie im Laufe des heutigen Abends (11. September) Fotos zur Preisverleihung der St. Ingberter Pfanne 2026: https://www.picdrop.com/social4business/SFD4bxzNKh



