Großer Erfolg der Saatgutbörse in St. Ingbert

Der Nachhaltigkeitsbeauftrage Claus Günther tauschte an der Saargutbörse alte Glühbirnen der Bürger gegen LEDs (Fotos: Giusi Faragone).

Die Saatgutbörse in St. Ingbert erfreute sich zum dritten Mal einer hohen Besucherzahl. Weil die Börse so beliebt geworden ist, wurde sie in diesem Jahr in den Kuppelsaal des Rathauses verlegt.

Die Besucher drängten sich vor den Ständen der Saatgut-Züchter. Wie ein buntes Blumenbeet wirkten allein schon die Auslagen: liebevoll von Hand aus buntem Katalogpapier gefaltete Tütchen neben sorgsam beschrifteten Briefumschlägen in Schuhkartons. Es ist nicht leicht, die winzigen, aber sehr wertvollen Samen auseinanderzuhalten und zu sortieren. Kanarenzungensalat, Red Giant Asia Salat, Riesen-Inkagurke, Borretsch und Mangold – so die verlockenden Bezeichnungen für bekannte und unbekannte Gemüsesaaten. Die Tomatenvielfalt erstreckt sich von klangvollen Namen wie Green Bumble Bee und Rotkäppchen bis zu Goldene Königin und Weiße Schönheit. „Das Angebot ist großartig und man wird auch noch toll beraten“, freute sich eine Besucherin der Börse. Die unermüdlichen Saaten-Sammlerinnen gaben ihre Schätze gegen eine Spende oder einen Tausch gerne weiter. Denn nur durch ihren Fleiß und die liebevolle Pflege der Pflanzen lassen sich alte und neue Sorten bewahren.

Dieser Idee hat sich auch das EU-Projekt „Increase“ verschrieben, das die St. Ingberter Firma Eurice auf der Saatgutbörse vorstellte. Ziel ist es, alte Bohnensorten zu erforschen. Hierzu werden Menschen gesucht, die sechs Bohnensorten pflanzen, pflegen und ernten und ihre Beobachtungen und Erfahrungen in einer App dokumentieren. Der saarländische Verein Weltveränderer e.V. stellte verschiedenste Aktionen zum Thema Nachhaltigkeit vor, mit denen er auf Klima- und Ressourcenschutz aufmerksam macht. Und natürlich durften auch die St. Ingberter Helfer des Foodsharing e.V. nicht fehlen. Neben den drei Kühlschränken, die sie im Raum St. Ingbert regelmäßig mit nicht mehr verkäuflichen, aber durchaus noch lange ess- und genießbaren Waren bestücken, hatten sie einen ganzen Tisch mit Waren im Angebot, die zum Mitnehmen bereitlagen.

„Es sind die kleinen Schritte, die zum Umdenken bewegen“

„Die Saatgutbörse ist ein wichtiger Baustein im Nachhaltigkeitskonzept der Stadt St. Ingbert“, erklärte Nachhaltigkeitsbeauftrager Claus Günther, der selbst alte Glühbirnen der Bürger gegen LEDs tauschte und die „Schleuder der Vielfalt“ betreute, mit der vor allem Kinder spielerisch Samenbomben gewinnen konnten. „Es sind die kleinen Schritte, die zum Umdenken bewegen“, fügte er hinzu. „Und die meisten Veränderungen in Richtung mehr Nachhaltigkeit schonen nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel.“

Da die Saatgutbörse so beliebt und erfolgreich ist, wird sie im nächsten Jahr sogar noch größer werden. Unter dem Motto „Nachhaltig und natürlich in St. Ingbert“ ist eine Nachhaltigkeitsmesse geplant, auf der sich noch mehr Initiativen präsentieren können.

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