Veröffentlicht am 21. Januar 2026, 12.44 Uhr

Ertüchtigung der St. Ingberter Ludwigsschule schreitet voran – Bürger hatten Möglichkeit zur Besichtigung

OB Meyer und die Projektverantwortlichen informierten interessierte Bürger in der Ludwigschule (Bild: M.Panzer)

Die Sanierung der St. Ingberter Ludwigsschule schreitet in großen Schritten voran. Interessierte Bürger konnten die sichtbaren Fortschritte nun in einem Ortstermin besichtigen.

Im Erdgeschoss der Anfang des 20. Jahrhunderts erbauten Schule waren stellvertretend für alle Geschosse bereits große Veränderungen zu sehen. Die Dachsanierung sowie die statische Ertüchtigung des Gebäudes durch Doppel-T-Träger in den Decken ist erfolgt. Die technische Ausstattung (Wasser, Abwasser, Elektro, Heizung, Lüftung, EDV und Brandmeldeanlage) wurde erneuert. Das Heizsystem wird an das bestehende Nahwärmenetz angebunden. Die alten großen Kastenfenster sind in gleicher Optik ersetzt und lassen viel Licht in die künftigen Klassenräume fallen. Die unverputzten Wände zeigen deutlich das alte Mauerwerk, für das damals je nach Verfügbarkeit sehr unterschiedliche Materialien verbaut wurden. „Hier liegt auch ein Problem der Ertüchtigung dieses Bauwerks“, erläuterten die Architekten Christoph Gabrovsek und Peter Wack. „Bevor die Wände mit denkmalschutz-gerechten Kalkputz verputzt werden können, mussten sie an verschiedenen Stelle auf unterschiedliche Weise verstärkt werden. Das kostete viel Zeit.“

Bildungscampus mit langer Tradition

„Die Ludwigsschule wurde als Bildungseinrichtung hoch über der Stadt erbaut. Das zeigt, welche Bedeutung sie damals hatte und heute noch hat“, betonte Dr. Ulli Meyer. „Dieses Denkmal wird mit viel Liebe zum Detail saniert und damit erhalten. Es prägt das Stadtbild von St. Ingbert und wird als Bildungscampus mit langer Tradition das Quartier beleben“, so der Oberbürgermeister.

Denkmalgerechte und nachhaltige Sanierung

Alle verwendeten Materialien sowie die Bauweise unterstreichen den Anspruch der Biosphärenstadt St. Ingbert als nachhaltige und zukunftsfähige Kommune. Viele Besonderheiten der alten Schulen bleiben erhalten. Dazu gehören die hölzernen Wandschränke in Räumen und Fluren, die farbigen und gefliesten Türstürze aus Sandstein, die Fenster und die Trinkbrunnen in den Fluren, die später wieder als Wasserspender funktionieren werden. In der Flurzone ist der Durchgang zur sogenannten „Schulischen Mitte“ bereits erkennbar. Sie bildet den Übergang zum Neubau der Freiwilligen Ganztagsschule (FGTS) und wird mit einer Tribünenanlage auch für größere Veranstaltungen genutzt werden können.. In der FGTS werden Mensa, Nachmittagsbetreuung, Schulverwaltung und zentrale Treppen- und Aufzugsanlagen untergebracht.

Von der katholischen Lehranstalt zur modernen Grundschule

Aktuell stehen die Verputzarbeiten für insgesamt ca. 6.500 Quadratmeter Wandflächen an – der Fortschritt hierbei hängt laut den Architekten unter anderem von den Außentemperaturen ab. Ulli Meyer beantwortete bei der Begehung zudem die Fragen der zahlreichen interessierten Bürger, darunter einige Lehrerinnen und Erzieherinnen der Rischbachschule, die nach Fertigstellung in die Räume ziehen wird. Auch waren mit Ilse Meyer und Heinz Scholl ehemaliger Schüler in die Ludwigsschule gekommen. „Früher wurden in dieser katholischen Schule in einer Klasse etwa 50 Schüler unterrichtet – streng nach Jungs und Mädchen getrennt“, erzählen sie. Beide sind begeistert davon wie die Sanierung Altes mit Neuem verbindet.

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