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Fotos: Maria Müller-Lang

16.05.2019

Ein Friedhof mit Geschichte und Geschichten

Am 25. Mai bietet die Biosphären-VHS einen kostenlosen Rundgang über den Alten Friedhof St. Ingbert

Friedhöfe betritt man normalerweise nur, um Gräber von Angehörigen zu besuchen. Dass es aber auch interessant sein kann, ohne persönlichen Grund eine Begräbnisstätte zu besuchen, beweist der Alte Friedhof in St. Ingbert. Am Samstag, 25. Mai bietet die Biosphären-Volkshochschule St. Ingbert einen Rundgang durch die parkähnliche Anlage an.

Im nächsten Jahr wird der Alte Friedhof St. Ingbert 200 Jahre alt. Und tatsächlich gibt es Spuren und Zeugnisse aus den Anfängen ebenso wie zu den anderen 199 Jahren seit dem Bestehen. Die Friedhofskapelle ist sogar noch älter. Das im barocken Stil errichtete Gotteshaus wurde 1720 erbaut und 1856 erweitert. Der Rundgang der Biosphären-VHS St. Ingbert unter Leitung von Dr. Susanne Nimmesgern führt zu  bemerkenswerten Grabdenkmälern berühmter und bekannter Persönlichkeiten der Ingobertusstadt. So findet man die Gründer der Brauerei Becker nebst Familien dort ebenso wie das Grab von Fußballtrainer Jupp Derwall.

Ist die Größe von Grabsteinen heute meist behördlich geregelt, so durfte man in der Vergangenheit der Fantasie freien Lauf lassen, sofern es der Geldbeutel zuließ. Beispiele für große Monumente mit Säulen und fein gearbeiteten Skulpturen findet man in St. Ingbert an zahlreichen Stellen des Alten Friedhofs.

Ebenso geht es zum angeschlossenen jüdischen Friedhof, der seit seiner Gründung 1888 auch dunkle Zeiten erlebte. In der Zeit der Nationalsozialisten wurde er geschändet und die Grabsteine umgeworfen. Doch die St. Ingberter bewahrten nach Möglichkeit die Würde des Friedhofs und lagerten die Grabsteine in einem Steinbruch ein. Nach dem Krieg, während dem die Fläche der Grabesstätte als Ackerfläche diente, beschloss man, den jüdischen Friedhof wiederherzustellen. 1951 war das Vorhaben vollendet und die eingelagerten Grabsteine wieder aufgestellt.

Bei dem geführten Rundgang werden durch Anekdoten und Geschichten über bekannte St. Ingberter Bürger und ihr Leben die letzten 200 Jahre wieder in die Gegenwart geholt. Und ganz nebenbei lernen die Teilnehmer einen beschaulichen Ort kennen, der mitten im geschäftigen Treiben der Stadt einen Ort der Ruhe und Besinnung bietet.

Der Rundgang über den Alten Friedhof St. Ingbert am Samstag, 25. Mai, dauert rund zwei Stunden. Los geht es um 15 Uhr an der Friedhofskapelle. Die Teilnahme ist kostenlos.

Anmeldung erforderlich bei der Geschäftsstelle der Biosphären-VHS St. Ingbert, Kaiserstr. 71, Frank Ehrmantraut, Tel.: 06894/13-726, E-Mail: vhs@st-ingbert.de.

 

Foto: Maria Müller-Lang