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Foto: Giusi Faragone

18.05.2022

Deutsch-Französisches Treffen im Kulturhaus

Die Biosphären-VHS St. Ingbert und die Université Populaire Transfrontalière Forbach organisierten im Kulturhaus St. Ingbert einen gemeinsamen Nachmittag, in dem es um die Frankreichstrategie, gemeinsame Aktivitäten, Mehrsprachigkeit und kulturellen Austausch ging.

„Lasst diese Zeit nicht wiederkehren, und nie mehr Hass die Welt zerstören: Es wohnen Menschen, die ich liebe, in Göttingen, in Göttingen. Doch sollten wieder Waffen sprechen, es würde mir das Herz zerbrechen. Wer weiß, was dann noch übrig bliebe von Göttingen, von Göttingen“ – so lauten zwei Strophen des berühmten Chansons der französischen Chansonnière Barbara, mit dem der gesellige Nachmittag eröffnet wurde. 1964 geschrieben, sind sie heute aktueller denn je. „Frieden schafft man nur durch Freundschaften“, betont Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer in seiner Grußbotschaft zum Deutsch-Französischen Treffen, das vor dem Hintergrund der aktuellen Krisen eine besondere Bedeutung gewinnt. Im Kulturhaus waren etwa 60 Teilnehmer aus Frankreich und Deutschland zusammengekommen – sich persönlich zu treffen und über Landesgrenzen hinaus auszutauschen, ist den Menschen nach der Corona-Pandemie besonders wichtig.

Bindeglied zwischen Frankreich und Deutschland

„La Saare est le trait d’union entre la France et l’Allemagne“ – das Saarland ist das Bindeglied zwischen Frankreich und Deutschland, wie Landtagsabgeordneter Stephan Toscani zur Frankreichstrategie des Saarlandes ausführt. Mit Saarbrücken als Hauptstadt in direkter Grenzlage unterscheidet sich das Saarland von anderen grenznahen Regionen. Dank zweisprachiger Erziehung an den Schulen, einer engen Verknüpfung der Wirtschaft und der Hochschulen und zahlreicher gemeinsamer kultureller Aktivitäten (wie z. B. das Perspectives-Festival) wird die deutsch-französische Freundschaft im Saarland tatsächlich gelebt und immer weiter ausgebaut. Das war in der Geschichte leider nicht immer so, wie Emeritus der Politikwissenschaften Prof. Dr. Adolf Kimmel in seinem Vortrag über die Entwicklung von der Erbfeindschaft hin zur guten Nachbarschaft erläuterte. Diese gute Nachbarschaft und Freundschaft wird unter vielen anderen Aktionen auch vom „Verein zur Förderung der Zweisprachigkeit in Saar-Lor-Lux“ vorangetrieben, dessen Vorsitzender Dr. Wolfgang Bufe sich sehr für Mehrsprachigkeit im Unterricht und in der Freizeit einsetzt. Als sein Tandempartner stellte Leon Dietsch die „L’association Culture et bilinguisme de Lorraine“ vor, die ebenfalls für Deutsch als Unterrichtssprache kämpft und mehrsprachige kulturelle Aktivitäten initiiert und unterstützt. Die Präsidentin des Verbandes der saarländischen Volkshochschulen, Doris Pack, erläuterte sehr anschaulich in ihrem Beitrag „Deutsch-Französische Kulturbeziehungen. Ein etwas anderer Blickwinkel“ kulturelle Feinheiten in Frankreich und Deutschland.

Mehrsprachigkeit und Austausch in Wirtschaft, Kultur und Bildung

Mehrsprachigkeit ist – neben den Bereichen Wirtschaft, Kultur und Bildung – einer der Grundpfeiler für einen gelungenen Austausch. Darüber wurde allerdings nicht nur in der Theorie diskutiert. Untermalt wurde der ganze Nachmittag von unterschiedlichen Musik-, Lyrik- und Theatervorträgen in Deutsch und Französisch. Gelebte Freundschaft und aktiver Austausch – das Thema wurde bei herrlichem Sonnenschein im Garten des Kulturhauses, liebevoll auch „Petit Versailles“ genannt“, in einem fröhlichen Hin und Her zwischen Deutsch und Französisch diskutiert. Auch dieser selbstverständliche „Sprachenmix“ ist eine Besonderheit, wie man sie fast nur im Saarland findet.

Ein besonderer Dank für diesen gelungenen Nachmittag geht an Marika Flierl, Leiterin der Biosphären-VHS St. Ingbert, Christa Strobel, ehrenamtliche Leiterin der VHS-Nebenstellen Hassel und Rohrbach, sowie Rose-Marie Tonnelier von der Université Populaire Transfrontalière Forbach, für die Vorbereitung und Organisation der Veranstaltung. Die oben genannten Vortragenden und die Mitwirkenden, Mathias Abbing, Jürgen Bost, Ursula Ochs-Steinfeld, Albrecht Ochs, Rose-Marie Tonnelier sowie die Kinder und Jugendlichen der Musikschule St. Ingbert, haben die theoretischen Ausführungen durch ihre Beiträge mit viel Leben untermauert. Vielen Dank dafür. Danke auch an das engagierte Team der VHS St. Ingbert, Claudia Pfaff, Natascha Tselios-Politz, Heike Reckel, Elke Walgert, Martin Wörner und Daniel Schwab für die Organisation und die technische Unterstützung.