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20.08.2020

Der Glashütter Weiher kann nun wieder barrierefrei umrundet werden

Stahlbrücke mit Stich wurde per Autokran eingehoben

Stich oder Überhöhung nennt man im Fachjargon den leichten Bogen einer Brücke. Die neue Stahlbrücke in Rohrbach wurde mit Hilfe einer Walze und unter hohem Druck so in ihre jetzige Form gebracht. Gute zwei Monate dauerte die Herstellung der Stahlkonstruktion durch die Fa. Stahlbau Becker in Limbach. Voraus gingen neun Monate Planung der Ingenieure es Büros Rogmann in Homburg, stets in enger Abstimmung mit Dieter Seufert, der das Projekt bautechnisch von Seiten der Stadt St. Ingbert begleitet hat.

Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer, Bürgermeister Markus Schmitt und Ortsvorsteher Roland Weber ließen es sich nicht nehmen, dabei zu sein, wenn die neue Stahlbrücke am Glashütter Weiher eingehoben wird. Bevor jedoch der Schwertransporter und der Autokran überhaupt an den Montageort gelangen konnten, mussten eine Zuwegung und eine Kranaufstellfläche angelegt werden.

"Die eigentliche Herausforderung lag nicht in der Brückenkonstruktion, das ist schließlich unser tägliches Geschäft, sondern in der Verbauung im Wald zwischen den Bäumen. Hier musste wirklich von A-Z alles minutiös durchgeplant werden", erklärt einer der Ingenieure aus dem Homburger Ingenieurbüro. Aus St. Ingbert war die Fa. Bautra mit im Boot, die die Fundamente für die Brücke betoniert hat.  

19 m lang und zwei Meter in der Breite misst die neue Brücke und mit einem Gewicht von 12,5 t war sie fast ein "Leichtgewicht" für den Autokran, der mit seinem 70 m Ausleger bis zu 150 t heben kann. Bei dem Bodenbelag der Brücke handelt es sich um einen rutschfesten Kunststoffharzbelag, der – ebenso wie die Stahlkonstruktion – als sehr langlebig gilt. Die Geländer sind mit 1,30 m höher als die an der früheren Holzbrücke, die Bauvorschriften haben sich hier geändert. 

"Ich bin glücklich und erleichtert heute Morgen. Was lange währt, wird endlich gut. Bedanken möchte ich mich nochmal beim THW St. Ingbert, die im letzten Jahr mit dem Rückbau der alten Brücke die Vorarbeiten geleistet haben", freut sich Ortsvorsteher Roland Weber. Knifflig war die Situation kurz vor dem Auflegen auf die Fundamente. Hier musste die Brücke nochmal komplett gedreht werden. Mit Seilen und mit Hilfe einiger erfahrenen Arbeitern wurde die riesige Stahlkonstruktion unter ständigen Zurufen zum Kranführer zwischen den Bäumen gedreht. Kurz darauf wurde sie die letzten Zentimeter eingehoben und der Ausruf "Passt" sorgte bei vielen Anwesenden für Erleichterung. 

Und auch Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer und Bürgermeister Markus Schmitt waren beeindruckt von dieser Meisterleistung der Ingenieure und des Kranführers Uwe Breuder.

 

Das Projekt wurde zu 55 % durch das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und zu 35 % durch das Ministerium für Inneres, Bauen und Sport gefördert.