Natur- und Landschaftsführer stehen in den Startlöchern

Am 01. März sind sie gestartet, als angehende Natur- und LandschaftsführerInnen, nun liegen die Abschlussprüfungen im Rahmen des Lehrgangs bereits hinter ihnen und heute fand im Kulturhaus St. Ingbert die Zertifikatsübergabe an die erfolgreichen Absolventen und Absolventinnen des Lehrgangs statt.

 

Blieskastel/St. Ingbert. Aus allen Städten und Gemeinden des Biosphärenreservates kommen sie, die zertifizierten Natur- und Landschaftsführer, und die Bandbreite ihrer Themen ist weit gefächert. Ob eine Zeitreise rund um den Europäischen Kulturpark Reinheim, ein Eseltrekking um den Kolbenberg, oder ungewöhnliche Einblicke in das Rohrbachtal, dem Kleinod vor den Toren der Stadt – die Natur- und Landschaftsführer im Biosphärenreservat Bliesgau haben viele interessante und spannende Programme für Besucher, aber auch für die Einheimischen, erarbeitet. Der Lehrgang zum/r „Zertifizierten Natur- und LandschaftsführerIn“ startete am 01. März mit dem Ziel, die Teilnehmer in die Lage zu versetzen, als qualifizierte Gästeführer das Biosphärenreservat Bliesgau Touristen, Geschäftsleuten, Bewohnern der Region und anderen Interessenten vorzustellen. Nach annähernd 90 Unterrichtseinheiten ist es nun soweit: Am Mittwoch, dem 09. Juni, fand die Zertifikatsübergabe durch den Verbandsvorsteher des Biosphärenzweckverbandes, Herbert Keßler, an die 25 erfolgreichen Absolventen und Absolventinnen des Lehrgangs statt. Und da nach der Schule ja bekanntermaßen die Arbeit beginnt, gilt es nun das Gelernte an den Mann und an die Frau zu bringen. Dazu werden sich die Natur- und Landschaftsführer unter dem Dach des Biosphärenvereins Bliesgau organisieren und in wenigen Tagen über eine zentrale Telefonnummer und eine Internetadresse über Ihre Angebote informieren und Buchungen entgegennehmen. Parallel dazu wird die Vermarktung über die VHS St. Ingbert erfolgen. Um sich der Region vorzustellen, werden die Natur- und Landschaftsführer an zwei Sonntagen in diesem Sommer zwei kostenlose Führungen für die Bevölkerung anbieten.

 

Die „Lokale Aktionsgruppe Biosphärenreservat Bliesgau“ fördert diesen Lehrgang im Rahmen des LEADER-Programms mit Mitteln des „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ und des saarländischen Ministeriums für Wirtschaft und Wissenschaft. Der Lehrgang wurde vom Biosphärenzweckverband Bliesgau in Kooperation mit der Volkshochschule St. Ingbert und dem Verein Geographie ohne Grenzen e.V. angeboten.

 

Bei weiteren Fragen steht Ihnen Pia Schramm in der Geschäftsstelle des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau gerne zur Verfügung:

Pia Schramm: Tel (0 68 42) 9 60 09-11, E-Mail: p.schramm@biosphaere-bliesgau.eu

Lebensadern Wege

 

Neues Projekt unterstützt die Wiederentdeckung und -belebung einer fast vergessenen Tradition des regionalen Wegebaus im Biosphärenreservat Bliesgau

Vorstellung der neuen Broschüre: Leitfaden zur Gestaltung von Wegen

 

Die sanfte Hügellandschaft und die weiten Aussichten begeistern viele Besucher bei Wanderungen im Bliesgau. Vielfach unerkannt bleibt dagegen eine kulturlandschaftliche Besonderheit: die Spuren des traditionellen Wegebaus mit im Bliesgau vorkommendem Muschel­kalkstein. Diese Tradition hat sich seit der Römerzeit in dieser Region entwickelt und bis vor etwa 50 Jahren bewahrt.

Diese Wege dienten der Erhaltung der lebensnotwendigen Kreisläufe zwischen Mensch, Natur und Landschaft. Im Farbton des regionalen Muschelkalksteins malten sie sichtbare Adern in das Landschaftsbild. Die vorherrschende Technik, Wege zu befestigen, bestand im „Sticken“, d.h. in der Herstellung eines Verbundes von ausgewählten Muschel­kalksteinen. Von Menschen­hand ist so auf den Wegen der Römer und Geleitherren des Mittelalters ein Wegenetz gewachsen. Schleichend verlieren sie jedoch in den letzten Jahrzehnten durch überformende Maß­nahmen ihr landschaftsprägendes Gesicht.

Die Wiederentdeckung und -belebung ermöglicht künftig den Blick beim unterWEGs sein auf die kulturgeschichtlichen Feinheiten im Biosphären­reservat Bliesgau zu lenken. „Lebensadern Wege“ beschreibt daher ein zukunftsorientiertes Modellprojekt, dessen Ziele sich in einer Kurzformel folgendermaßen definieren lassen: Erscheinungsbild der Wege mit heimischem Muschelkalkstein herstellen - Kreisläufe auf Basis einer regionalen Material­gewin­nung wiederbeleben - wertvolle historische Wegestickungen im Rahmen von beschäftigungspolitischen Maßnahmen als „Bodenzitate“ erhalten - Erinnerungskultur einer fast vergessenen handwerklichen Wegebautechnik bewahren.

Verbündete, kommunale Bauämter, SaarForst, Jagdgenos­senschaften, Wegeeigentümer, Landwirte und Tourismusfachleute sind eingeladen, bei diesem Wegebündnis mitzuwirken und „Farbe“ für unsere Wege und für ein Anliegen eines zu bewahrenden Lebensraumes – Biosphäre Bliesgau – zu bekennen. Träger des Projektes Lebensadern Wege ist der Biosphären­zweckverband Bliesgau. Kooperationspartner sind der Regional­verband Saar­brücken und der Saarpfalz-Kreis. Unter dem Titel „Lebensadern Wege – verbinden im Biosphärenreservat Bliesgau“ hat der Biosphärenzweckverband Bliesgau eine umfangreiche Informa­tions­broschüre herausgegeben. Ideengeber und Autor ist Peter Michael Lupp vom Regionalverband Saarbrücken, dessen Schwerpunkt als Regional­entwickler das kulturelle Erbe als Baustein eines identitäts­stiftenden und naturverträglichen Tourismus ist.

Die reich bebilderte Publikation informiert über die kultur­geschichtlichen Hintergründe der Entwicklung des Wegebaus, aber auch über die Bedeutung der Kalkwirtschaft in dieser Region.

Das Wissen und die Erinnerungen vieler, bislang am Prozess beteiligter Menschen wurden dabei eingebunden. Darüber hinaus werden Wege­bautechniken, Bezugsquellen für Muschelkalk und Förder­möglichkeiten beschrieben.

Erhältlich ist die Broschüre bei den Projektpartnern und im Buchhandel, ISBN: 978-3-923405-33-6, die Schutzgebühr beträgt 2 Euro.

„Zielsetzung unseres gemeinsamen Anliegens ist es, im Biosphären­reservat Bliesgau Modellprojekte zur Landschafts­pflege zu generieren, die behutsam und authentisch zugleich, den Traditionen dieser Landschaft wieder eine Chance für die Zukunft geben. Auch künftige Generationen sollen die individuelle Ent­wicklungs­geschichte dieser Landschaft im Kontext ihrer Um­gebung nachvollziehen können.

Ein solcher Ansatz respektiert die spezifische kulturelle Ver­gangen­heit und Spurensicherung ebenso wie ökologische, soziale und touristische Dimensionen und leistet – wie die Praxis gezeigt hat – schließlich auch Beiträge zur Beschäftigungspolitik und zur Reaktivierung von Standorten des Kalksteinabbaus“, so Herbert Kessler, Peter Gillo und Clemens Lindemann und bei der Vorstellung des Projektes.

 

AnsprechpartnerInnen beim Biosphärenzweckverband Bliesgau:

Anita Naumann | Tel. 0 68 42/9 60 09-20 | a.naumann@biosphaere-bliesgau.eu

Andrea Lippmann | Tel. 0 68 42/9 60 09-20 | a.lippmann@biosphaere-bliesgau.eu

 

Unterstützt wird das Projekt beschäftigungspolitisch von den folgenden Qualifizierungsgesellschaften:

Ausbildungszentrum Burbach gGmbH (AZB) |

Gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit und Qualifizierung im Saarpfalz-Kreis mbH (AQUIS) |

Gemeinnützige kommunale Gesellschaft für Beschäftigung und Qualifizierung mbH St. Ingbert (GBQ)

Weitere Informationen finden Sie

unter www.biosphaere-bliesgau.eu/aktuelles.htm