Das Biosphärenreservat Bliesgau auf dem Weg zur Null-Emissions-Region

Das UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau ist eine Modellregion für die nachhaltige Entwicklung.

Die Region nimmt am Bundesförderprogramm "Masterplan 100% Klimaschutz" teil. Aus über 200 Bewerbern wurde der Bliesgau als eine von 19 Kommunen / Regionen ausgewählt. Damit steht der Bliesgau in einer Reihe mit Städten wie Hannover, Frankfurt, Flensburg, Rostock, Heidelberg oder Kempten. Ziel ist es, bis 2050 den Energieverbrauch zu halbieren und die Treibhausgasemissionen um 80 Prozent zu reduzieren.

Im Rahmen des Förderprogramms wurde der für die Region höchst mögliche förderfähige Gesamtaufwand in Höhe von ca. 640.000 Euro - ohne einen Cent Abzug - anerkannt. Davon kommen über eine halbe Million Euro als Zuschuss (ca. 512.000 Euro) aus Berlin. Der Rest übernimmt das saarländische Innenministerium im Rahmen eines Zuschusses für die interkommunale Kooperation sowie ein kommunales Netzwerk, bestehend aus den Städten Sankt Ingbert, Homburg und Blieskastel, den Gemeinden Kirkel, Kleinblittersdorf und Gersheim sowie dem Saarpfalz-Kreis.  

Da es sich um ein rein kommunales Programm handelt, wurde die Stadt Sankt Ingbert angefragt, die Federführung zu übernehmen. Die Mittelstadt verfügt über vielfältige Erfahrungen in diesem Bereich. So wurde bereits vor Jahren  eine Energiestudie erstellt. Viele Maßnahmen daraus wurden schon realisiert, wie zum Beispiel der Ausbau von Nahwärmeinseln.

 

Was ist bislang passiert?  

Das Institut für Zukunftsenergiesysteme (IZES) in Saarbrücken hat mittlerweile einen vorläufigen Endbericht (Kurzversion) zum "Masterplan 100% Klimaschutz" vorgelegt, der der Region den Weg für zukünftiges Handeln aufzeigen und als

Entscheidungsgrundlage für weitere kommunale Maßnahmen dienen soll. Der Masterplan erhält nicht nur eine detaillierte Analyse der regionalen Energieverbräuche in den Sektoren Gewerbe & Industrie, Haushalte und Öffentliche Hand, sondern nennt auch insgesamt 81 Maßnahmen, die in sechs Handlungsfeldern entwickelt werden sollen. Bei diesen Handlungsfeldern handelt es sich um Energieeinsparung und Energieeffizienz, Gestaltung der Energieversorgung, Verbindung von Natur- und Klimaschutz, Stadt- und Raumentwicklung, nachhaltige Mobilität sowie Umsetzung. Die Maßnahmen wurden in einem intensiven Dialog mit Unternehmen, Verbänden, kommunalen Verwaltungen, Ortsräten und weiteren Beteiligten zusammen gestellt und intensiv im Klimaschutzrat für die Biosphäre Bliesgau diskutiert.

Klimaschutz hört nicht an der Gemarkungsgrenze auf, sondern muss gemeinsam gedacht werden! Und das ist eines der Ziele des Programms: In einem Netzwerk zusammen den Weg hin zu einer erheblichen Reduzierung der Treibhausgase zu erreichen. Einerseits soll Energie eingespart und andererseits gleichzeitig selbst produziert werden, um sich so langfristig unabhängiger von äußeren Einflüssen zu machen.    

Insgesamt läuft das Programm 4 Jahre bis Ende 2016. Es gibt also viel zu tun. Es muss vieles koordiniert, vieles angestoßen und vor allem viel Überzeugungs- und Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden. Denn nur wenn von der Privatperson bis hin zum Firmenchef jeder von der Idee überzeugt ist, kann das Ziel, energieautark zu werden, erreicht werden. Mit dieser wichtigen und sensiblen Aufgabe ist seit März 2013 der für die ganze Region zuständige Klimaschutzbeauftragte betraut. Der  Koordinator handelt auf der Grundlage der Ergebnisse des Masterplans und nach Vorgaben eines Klimarates, der aus Vertretern aller beteiligten Kommunen besteht. So soll gewährleistet werden, dass stets alle Interessenlagen berücksichtigt werden und jeder gleichen Einfluss auf den zu entwickelnden zukünftigen Weg hat. 

 

Kontakt

Dr. Hans-Henning Krämer
Tel. 0 68 94/ 13 - 738

mail

 

Dateien zum Download:

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Initiates file downloadKlimaschutzrat