20. bis 21. Jahrhundert

20. Jahrhundert 
Am 1. Januar 1904 wurde die neue Verbindungsbahn von St. Ingbert über Rohrbach– nach Hassel fertig gestellt. Die direkte Verbindung zwischen St. Ingbert und Hassel legte man still, weil ein kleinerer Tunnel einsturzgefährdet war. Zum gleichen Termin ging die direkte Strecke von Rohrbach/Saar über Kirkel und Limbach nach Homburg/Saar in Betrieb. 

Während des Ersten Weltkrieges wurde St. Ingbert 1915 mehrmals von feindlichen Flugzeugen angegriffen. Einige Einwohner kamen dabei ums Leben. Das 1932 errichtete Denkmal nennt die Namen von 547 St. Ingbertern, die im Ersten Weltkrieg starben. 

Durch den Versailler Vertrag 1919 wurden St. Ingbert sowie Homburg von der Pfalz ans neu geschaffene Saargebiet abgetreten. Dies stand unter der Verwaltung des Völkerbundes, war aber wirtschaftlich an Frankreich angeschlossen. 1922 wurde in St. Ingbert in Teilen die erste elektrische Straßenbeleuchtung eingeführt. Bis zum Jahr 1923 wuchs die Bevölkerung aufgrund der boomenden Kohleförderung, Eisenverarbeitung und Glasindustrie stark an. 

1935 fand eine Volksabstimmung statt, bei der die Beibehaltung des Status Quo (Völkerbundsmandat), die Eingliederung des Saarlandes nach Frankreich oder Deutschland zur Wahl stand. 91,4 Prozent der St. Ingberter waren für eine Rückgliederung ins Deutsche Reich. 

1936 wurde Sengscheid von Ensheim abgetrennt und St. Ingbert zugeschlagen. 1939 stieg die Einwohnerzahl durch Rückwanderer auf 28.000. Infolge der Kriegsereignisse des Zweiten Weltkrieges lebten zeitweise bis zu 40.000 Menschen in der Stadt. 1940 fand der erste britische Luftangriff auf St. Ingbert statt. Schon 1941 gab es den 100. Fliegeralarm. Ein Jahr später wurden die Glocken der Kirchen zu Kriegszwecken abgenommen. 

Am 11. Mai, 29. Juni, 16. Juli und 18. September des Jahres 1944 erfolgten Bombenangriffe auf die Stadt, bei denen 21 Menschen ihr Leben verloren und 35 Wohnungen zerstört wurden. Zwischen dem 8. und dem 17. Dezember 1944 lag die Stadt unter amerikanischem Artilleriefeuer. 

Wie 1944, so gab es auch 1945, am 1. Januar, 14. Januar, 13. Februar und dem 15. Februar weitere Bombenangriffe auf die Stadt. Ebenso kam es am 5. März bis zum 7. März zu Artilleriebeschuss, dann wieder im Wechsel zu weiteren Bombenangriffen. 

Am 20. März 1945 marschierten Truppen der 3. US-Armee von Ensheim her ein, fünf Tage später wurden die Amerikaner von den Franzosen abgelöst, die gleichzeitig auch die Verwaltung über Sankt Ingbert übernahmen. Im 2. Weltkrieg fielen 1.052 Einwohner von St. Ingbert. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Saarland erneut französisch verwaltet. Erst nach einer erneuten Volksabstimmung 1955 erfolgte 1957 zur Rückgliederung in die Bundesrepublik Deutschland. 

In den 1950er Jahren kam der Steinkohleabbau in St. Ingbert langsam zum Erliegen. Die Grube wurde geschlossen. In den 1970er Jahren wurde auch die Glashütte stillgelegt. Das machte in St. Ingbert einen starken Strukturwandel hin zum Dienstleistungssektor erforderlich. 

Im Jahr 1974 wurde die Stadt St. Ingbert durch die saarländische Gebiets- und Verwaltungsreform aufgehoben und zusammen mit den Gemeinden Rohrbach, Hassel, Oberwürzbach und Rentrisch zur Mittelstadt Sankt Ingbert fusioniert. Ebenso wurde der Kreis St. Ingbert mit dem Kreis Homburg zum Saarpfalz-Kreis zusammengelegt. St. Ingbert verlor seinen Kreissitz an Homburg. Als Ausgleich wurde der Stadt der Status einer Mittelstadt zuerkannt, der St. Ingbert mehr Rechte als einer gewöhnlichen Stadt zugestand. Obwohl St. Ingbert im Saarpfalz-Kreis gelegen ist, wird die Gemeindeaufsicht nicht durch den Kreis, sondern direkt durch das saarländische Ministerium des Innern durchgeführt. Diese Sonderstellung wird auch im Kfz-Kennzeichen deutlich. 

21. Jahrhundert 
Seit wenigen Jahren verzeichnet Sankt Ingbert eine rückläufige Bevölkerungsentwicklung, die Einwohnerzahl sank von 41.000 auf rund 39.000. Der Status einer Mittelstadt ist dadurch noch nicht gefährdet, nachdem die Verwaltung des Saarlandes die diesbezügliche Grenze schon vor Jahren von 40.000 auf 30.000 Einwohner neu festgesetzt hatte. 

Am 17. Juli 2007 brannten Turm und Schiff der Kirche St. Josef in Sankt Ingbert vollständig aus. Im November 2011 wurde die wieder aufgebaute Kirche feierlich eingeweiht. Seit 1. Januar 2008 ist St. Ingbert Sitz des neugeschaffenen und saarlandweit zuständigen Landesverwaltungsamtes (unter anderem Zentrale Ausländerbehörde, Zentrale Bußgeldstelle, Gemeindeaufsicht). (Quelle Wikipedia)