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N`Diaganiao, Bildungswesen
Im Januar 1987 wurde im Senegal eine Alphabetisierungskampagne gestartet, um die hohe Analphabetenquote von 90% zu senken. Im Grundschulalter (6 - 10 Jahre) besteht Schulpflicht, die jedoch nicht immer durchgesetzt werden konnte. Die niedrige Quote des Schulbesuchs, insbesondere in den Landgemeinden, ist weniger auf den Mangel an Schulen zurückzuführen, sondern eher auf
die Problematik, daß die Landbevölkerung das schulische Angebot deshalb nicht wahrgenommen hat, weil es nicht oder zu wenig den wirtschaftlichen und vor allem den sozialen Belangen der Bevölkerung angepasst war: Der Unterricht wurde ausschließlich in französischer Sprache erteilt, und die Lerninhalte waren zu sehr auf das städtische Leben und die Anforderungen weiterführender Schulen ausgerichtet. Ein entscheidender Schritt zu einer verstärkten Akzeptierung der Schulen erfolgte mit der Reform 1978, die das einheimische Wolof als zweite Unterrichtssprache einführte. Deshalb kann man davon ausgehen, daß, daß sich auch die Zahl der Analphabeten bis heute weiter drastisch reduziert hat.
Ein weiterer aktueller Notstand ergibt sich aus der Tatsache, dass immer weniger senegalesische Lehrer und Lehrerinnen bereit sind, auf dem Land zu arbeiten.
Insgesamt gibt es 11 Primarschulen, von denen ein Teil über eine eigene Kantine verfügt, in der die Schülerinnen und Schüler regelmäßig beköstigt werden. Über einen sechs Klassenstufen umfassenden kompletten Zyklus verfügt mittlerweile die Mehrheit dieser Schulen, darunter
insbesondere die katholischen Missionsschule. An den übrigen Schulen sind nur drei Klassenstufen eingerichtet.
Im Zentrum der Landgemeinde, im Dorf N'Diaganiao selbst wurden eine staatliche und eine private (katholische) Grundschule sowie eine Mittelschule aufgebaut, die alle mittlerweile (nicht zuletzt dank der finanziellen Hilfen aus St.Herblain und St.Ingbert) relativ gut ausgestattet sind. (St.Herblain und St.Ingbert unterstützen diese Schulen regelmäßig auch mit Schreibmaterial und sonstigen Gegenständen des Schulbedarfs.)
Weiterhin gibt es in der Landgemeinde je eine Bildungseinrichtung für Land- und Hauswirtschaft.
Für die weitere Entwicklung des Bildungswesens wurden in einem Entwicklungsbericht folgende Ziele aufgestellt:
- Ausbau der Primarschulen (Grundschulen)
- Ausbau der Sekundarschule (Mittelschule)
- Verbesserung der Ausstattung
- Förderungen von Schülerinnen und Schülern durch Stipendien
- Einrichtung einer Gemeindebibliothek ("clac") im Zentrum der Gemeinde
- Aufbau von kulturellen Zentren in einzelnen Dörfern
- Förderung der Bildungsarbeit im Bereich Landwirtschaft
- Förderung der Bildungsarbeit für Frauen und Mädchen


